Die besten Berner Biere ohne Alkohol
Gastro-Expertin Claudia Salzmann hat rund ein Dutzend alkoholfreie Berner Biere getestet. Das sind die besten.
Der Lorraineladen ist der Berner Pionier der alkoholfreien Biere. 2017 lancierte er ein überraschend gutes Indian Pale Ale. Inzwischen wurden alkoholfreie Biere immer beliebter: 2025 waren über 7 Prozent der in der Schweiz konsumierten Biere ohne Alkohol. Aufs Zügli aufgesprungen sind praktisch alle Berner Brauereien. Laufend kommen neue Stile dazu. Jüngst hat die Brauerei Egger (deren Biere wie das Lola-Bier in der Brauerei Locher in Appenzell gebraut werden) ein helles Zero-Bier lanciert, die Simmentaler Brauerei schenkt neu ein Märzen aus, bei Felsenau und im Alten Tramdepot wurden die Rezepte der Lager-Biere angepasst.
Dabei existieren diverse Verfahren, wie man alkoholfreie Biere produzieren kann. Entweder indem man den Alkohol mittels Vakuumdestillation verdampft oder dessen Entstehen durch einen Gärstopp verhindert. Eine weitere Möglichkeit ist die sogenannte Umkehr-Osmose, bei der normal gebrautem Bier der Alkohol entzogen wird.
Ich habe mich durch den Berner Biermarkt getrunken und rund ein Dutzend Biere verkostet. In die Auswahl kamen nur Biere, die in unserem Kanton gebraut werden.
Für Exoten
Die Simmentaler Braumanufaktur hat drei verschiedene alkoholfreie Biere im Angebot. Neben einem Lagerbier wird seit zwei Wochen auch ein Märzen ausgeschenkt. Etwas mehr gefallen hat mir das Mountain Pale Ale. Es schmeckt exotisch, nach Mango und Passionsfrucht. Der Körper ist eher schmal, wie es bei alkoholfreien Gerstensäften immer der Fall ist, aber es schmeckt schön hopfig.
Dazu passt: Flammkuchen mit Zwiebeln oder Ziegenkäse.
Für Frühstückerinnen
Das Lagerbier ohne Umdrehungen von der Burgdorfer Brauerei heisst Mitohni. Wie mir der Braumeister Oliver Honsel verraten hat, wird beim Bier die Gärung abgebrochen und mit einem natürlichen Konservierungsmittel mikrobiologisch stabilisiert. Der erste Schluck versetzte mich zurück in die Kindheit an den Frühstückstisch, es schmeckte nach Ovomaltine. Das liegt am verwendeten Malz. Auf der Zunge ist das Bier eher flach, hat aber einen geschmeidigen Abgang.
Dazu passen: Pizza Margherita, Sauerteigbrot, höhlengereifter Emmentaler und Cervelat.
Für Sportler*innen
Thun Bier braut unter dem Namen Barter sehr trinkbare Biere. Beispielsweise das mehrfach ausgezeichnete IPA The Regenerator, das ursprünglich als Regenerationsgetränk konzipiert wurde. Probiert habe ich The Driver, ein süffiges Ale mit schön fruchtiger Hopfennote, das mich an Rivella erinnert hat. Übrigens haben die Thuner bei so manchem Berner Bier die Finger im Spiel: Das Alte Tramdepot beispielsweise lässt seine Null-Linie in Thun pasteurisieren und die Berner Lohnbrauerei von Christian Stoiber lässt ihr alkoholfreies Wirte-Bier in Thun produzieren.
Zum The Driver passen: Brie und Spaghetti Cacio & Pepe.
Für Fussballfans
Im Alten Tramdepot produziert der Brauer Matthias Koschahre drei Sorten ohne Alkohol. Das Indian Pale Ale riecht nach Passionsfrucht, im Mund schmeckt es geschmeidig, frisch, angenehm, hat etwas Säure und einen Honig-Gusto. Das Lagerbier hat eine neue Rezeptur: Koschahre hat am Hopfenanteil geschraubt und die Note des grünen Apfels ist verschwunden. Beide Biere würde ich auf dem Sofa zum YB-Match trinken. Das Märzen wiederum riecht angenehm (Karamell und Tabak), im Mund schmeckt es «finöggelig».
Zu Letzterem passen: Schweinebraten mit knuspriger Kruste, Kotelett, Pilzragout oder marinierter und angebratener Räuchertofu.
Für Wandervögel
Das preisgekrönte IPA-typische, alkoholfreie Bier von der Brauerei Aare Bier in Bargen wird mit Schweizer Malz produziert. Malz wird zwar schon länger in der Schweiz angebaut, aber Mälzereien gab es lange Zeit nur im Ausland. Das trübe Bier schmeckt süss und hat ein blumiges Hopfenaroma. Ich würde es nach einer Wanderung sehr schätzen, denn sogar Magnesium und Vitamine hat der Brauer Cesare Gallina deklariert. Weil es nicht filtriert wird, bleiben diese gesunden Inhaltsstoffe im Bier drin.
Dazu passen: Manchego, weisser, gratinierter Spargel oder Kartoffelstock mit Rosmarin.
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