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Berner Kopf der Woche: Philipp Jescheck

Regisseur Philipp Jescheck bringt im Theater an der Effingerstrasse das aussergewöhnliche Stück «Chamäleon» auf die Bühne. Es entstand nach Gesprächen mit über 300 Berner Schüler*innen.

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(Bild: Severin Nowacki/zvg)

Ohne Ziel zieht der junge Leo durch die Berner Nacht, er hat den Anschiss. Unversehens trifft er auf Leonie, die ihn auf die Probe stellt. Abwechslungsweise fordern sich die beiden heraus, mit Aufgaben, von denen sie glauben, das Gegenüber werde an ihnen scheitern. Wer ist man, wer könnte man sein, wen sieht man? Alles zerfliesst in dieser Nacht. «No risk, no story», sagt die geheimnisvolle Leonie.

Das ist die Handlung des Stücks «Chamäleon», das im Theater an der Effingerstrasse uraufgeführt wird. «No risk, no story» – das gilt auch für die Entstehung des Stücks. Regisseur Philipp Jescheck und Co-Autor Sebastian Gfeller haben sich intensiv mit der Realität junger Menschen in Bern beschäftigt. Sie führten mit Berner Schulklassen über 20 Workshops durch, sogenannte Schreiblabors, in denen sie kreatives Schreiben und Spielen vermittelten, vor allem aber den jungen Menschen sehr genau zuhörten.

Geschrieben und inszeniert haben das Stück Gfeller und Jescheck, die Inspiration kam von den Schüler*innen – und zwar in ungefilterter Form, als wäre sie auf der Strasse entstanden. Die zwei Hauptfragen in den Workshops lauteten: Wer bist du? Und wer wärst du gerne? Den Theatermacher*innen begegneten also Verliebte und Verzweifelte, Prinzessinnen und Gangster, einsame Wölf*innen und Fussballstars.

Der Titel «Chamäleon» sei ein «wunderbar schillerndes Bild für unseren Umgang mit Identität, Zuschreibungen und Selbstbildern», sagt Philipp Jescheck. Der 43-jährige Vater dreier Kinder lebt in München und hat als Regisseur langjährige Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Kindern  und Jugendlichen – und mit herausfordernden Themen. Er inszeniert regelmässig für das Theater an der Effingerstrasse, vor zwei Jahren beispielsweise mit «norway.today». Zwei Jugendliche treffen sich, um zusammen Suizid zu begehen. Basis ist eine wahre Geschichte aus Norwegen, im Stück wird sie zur Begegnung zurück ins Leben.

«Was bist du?», fragt Leonie in «Chamäleon». «Du bist….cool, weisst du», sagt Leo. «Du nicht?», fragt Leonie zurück. «Also gesagt hätte es mir jedenfalls noch niemand», antwortet Leo.

Premiere «Chamäleon»: Samstag, 17. Januar, 20 Uhr. Weitere Vorführungen: hier. Spezielle Vermittlungsangebot des Theaters für Schulen: hier.

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