Marieke Kruit, Belpmoos, Köniz
News vom Dienstag – Hauptstadt-Brief #531
Marieke Kruit ist im letzten Januar mit dem Anspruch angetreten, eine Stadtpräsidentin für alle zu sein. Das klingt erst einmal gut. Aber auch ziemlich allgemein. Wer gewählt werden will, kann gar nichts anderes behaupten.
Wie löst SP-Frau Marieke Kruit diesen Anspruch ein? Wann gibt es die Gelegenheit, sie wirklich anzusprechen? Das haben wir von der «Hauptstadt» uns gefragt und beschlossen, ein kleines Experiment einzugehen.
Am nächsten Montag (10. November, 19.30 Uhr, Kleine Bühne im Progr) veranstalten wir einen öffentlichen Live-Talk mit Marieke Kruit. Wir möchten Fragen stellen, die den Menschen unter den Nägeln brennen. Deshalb wollen wir dir die Gelegenheit geben, deine Fragen und Wünsche an die Berner Stadtpräsidentin vorgängig bei uns zu deponieren. Wir ordnen sie und werden versuchen, Marieke Kruit möglichst alle live zu stellen.
Was könnte Marieke Kruit besser machen? Hast du einen Wunsch an sie? Du kannst uns eine Mail schreiben. So dass wir die Anliegen aus der Bevölkerung an die Stadtpräsidentin richten können.
Wichtig dabei ist uns: Wir möchten einen konstruktiven Dialog pflegen. Denn schliesslich bringt es uns alle weiter, wenn wir eine Stadtpräsidentin haben, die so gut wie möglich für alle regiert.
Du bist herzlich eingeladen, am Talk dabei zu sein (freier Eintritt, Kollekte). Wir freuen uns auf eine angeregte Debatte.
Und jetzt noch zu anderen Themen des Tages:
- Belpmoos: Der Berner Regierungsrat hat das Projekt der Solaranlage Belpmoos neu im kantonalen Richtplan verankert. Gleichzeitig wurden 16 bestehende Massnahmen angepasst. Zum neuen Richtplan – einem Steuerungsinstrument zur nachhaltigen Entwicklung des Kantons – gab es über 100 Stellungnahmen. Aufgrund der Rückmeldungen wurde die benötigte Fläche für eine Solaranlage im Belpmoos um rund einen Drittel verkleinert. Damit soll Rücksicht auf ökologisch wertvolle Trockenwiesen genommen werden. So werde es möglich, dass die Solaranlage und die Trockenwiese nebeneinander existieren könnten, schreibt der Regierungsrat. Der Richtplan ist für sämtliche Behörden des Kantons Bern ab sofort verbindlich und wird dem Bund nun zur Genehmigung vorgelegt.
- Köniz: Das Könizer Parlament hat mit 22 zu 12 Stimmen eine deutliche Erhöhung seiner Entschädigung beschlossen. Ab 2026 gibt es pro Sitzung 130 statt 70 Franken, wie die Nachrichtenagentur sda berichtet. Die Milizarbeit fürs Gemeinwesen solle angemessen entschädigt werden, hiess es in der Debatte. Erfolglos hielt Gemeindepräsidentin Tanja Bauer (SP) dagegen. Eine Erhöhung um 85 Prozent sei aus Sicht des Gemeinderats unverhältnismässig, angemessen wären 90 oder 100 Franken pro Sitzung. Dank SVP, Grünen und EVP/Mitte/GLP kam die Vorlage durch. Gespalten war die SP-Fraktion, dagegen die FDP. Auf die Gemeinde kommen nun Mehrkosten von rund 130'000 Franken pro Jahr zu.
- Blutturm: Das Dach des historischen Blutturms an der Aare muss saniert werden. Es habe das Ende seiner Lebensdauer erreicht, teilt die Stadt Bern mit. Weil auf dem Uferweg unterhalb der Lorrainebrücke keine schweren Transporte möglich sind, wird das Baumaterial inklusive Gerüst heute mit dem Helikopter angeliefert. Die Bauarbeiten starten dann ab nächstem Mittwoch, 12. November. Sie dauern voraussichtlich bis Mitte Dezember. Auch der Abtransport wird per Helikopter erfolgen. Die Sanierung kostet rund 67'000 Franken, der Uferweg bleibt begehbar.
- Politische Bildung: Heute findet im Kornhausforum das Nationale Forum Politische Bildung statt. Unter anderem gibt es einen Input des Berner Regierungsrats Pierre Alain Schnegg (SVP) zum Thema: Wo sind politische Fallstricke, wo Chancen für die politische Bildung? Der eintägige Anlass wird vom Campus für Demokratie im Auftrag des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV) und der Fachkonferenz Citoyenneté der CH-Stiftung organisiert – ein schönes Beispiel, wie Zivilgesellschaft und Behörden von Bund und Kantonen gemeinsam das wichtige Thema politische Bildung voranbringen.
- Bühnen Bern: Die Oper «Manon Lescaut» von Puccini im Stadttheater wurde beim Publikum völlig unterschiedlich aufgenommen: Es gab viel Jubel und ebenso viele Buhrufe. Insbesondere eine Hinrichtungsszene ist umstritten. Nun reagiert Bühnen Bern zweifach: Einerseits nimmt es die Oper für die Silvestervorstellung aus dem Programm und bringt stattdessen die familientaugliche «Zauberflöte», wie das Newsportal Nau zuerst berichtet hat. Andererseits veranstaltet das grösste Berner Kulturhaus am 13. November eine Diskussion zum Thema, wo es darum gehen soll, wie viel Dystopie in der heutigen Zeit nötig ist.
- Kopftuch-Debatte: Die Berner Kantonsregierung will weiterhin keine Lehrerinnen mit Kopftuch in den Klassenzimmern. Der Unterricht und die öffentliche Volksschule seien konfessionell neutral, steht in der Antwort auf den Vorstoss der SP-Grossrätinnen Samira Martini und Valentina Achermann. Sie hatten sich beim Regierungsrat erkundigt, ob der Mangel an Lehrpersonen gelindert werden könnte, wenn das Tragen eines Kopftuches erlaubt wäre. Die Regierung betont, dass diese gesetzlichen Grundlagen sich nicht gegen ein bestimmtes Kleidungsstück richten, sondern für «sämtliche in der religiösen Überzeugung gründenden Symbole» gelten.
- Musikprojekt: Was passiert, wenn man Berner Musikerinnen mit Migrantinnen zusammenbringt? «Hauptstadt»-Fotografin Danielle Liniger hat das Projekt Storybox, das in der Heubühne im Bümplizer Bienzgut seine Uraufführung feierte, fotografisch begleitet. Die Bilder und kurzen Zitate der Beteiligten zeigen: Manchmal braucht es wenig, um Verbundenheit zu schaffen. Storybox ist am 14. November in der Aula im Progr und am 19. Dezember in der Heitere Fahne zwei weitere Male zu sehen.
PS: «VoiceArt» veranstaltet normalerweise Konzerte in Bern und in der Region. Nun wurde der Chor um Dirigentin Noe Ito Fröscher in die Carnegie Hall nach New York eingeladen. Dort führen die Sänger*innen am 19. Januar «Symphonic Adiemus» von Karl Jenkins auf. Wer hören will, wie das tönt, hat dieses Wochenende in Köniz die Gelegenheit dazu. In der Aula Lerbermatt gibt es zwei Konzerte (Sa, 8.11., 19.30 Uhr; So, 9.11., 17 Uhr; Eintritt frei, Kollekte).
Ohne Dich geht es nicht
Unsere Community ermöglicht den freien Zugang für alle. Das unterscheidet uns von anderen Nachrichtenseiten. Wir begreifen Journalismus nicht nur als Produkt, sondern auch als öffentliches Gut. Unsere Artikel sollen möglichst vielen Menschen zugutekommen. Mit unserer Berichterstattung versuchen wir das zu tun, was wir können: guten, engagierten Journalismus. Das geht nur dank den Hauptstädter*innen. Sie wissen, dass guter Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht und ermöglichen so leser*innenfinanzierten und unabhängigen Berner Journalismus. Dafür sind wir sehr dankbar. Mittlerweile sind 2’700 Menschen dabei. Damit wir auch in Zukunft noch professionellen Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 3’000 – und mit deiner Beteiligung können wir es schaffen. Es wäre ein schönes Zeichen für die «Hauptstadt» und für die Zukunft des Berner Journalismus. Mit nur 10 Franken pro Monat bist du dabei!
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