Achtung Barriere!
Städte und Dörfer sind voller Hindernisse. In einer gemeinsamen Recherche mit Correctiv wollen wir herausfinden, was dir in Bern den Alltag erschwert. Sag es uns jetzt!
Unser aller Alltag ist geprägt von Barrieren. Denn Barrieren sind vielfältig: Für den Senioren ist es die Selbstbedienungskasse in der Migros, für die Rollstuhlfahrerin der Absatz an der Bushaltestelle und für den Velofahrer die Tramschiene, die das Abbiegen gefährlich macht.
Die «Hauptstadt» lanciert deshalb gemeinsam mit dem gemeinnützigen Medienhaus Correctiv unter aktivem Einbezug der Leser*innen eine sogenannte Bürger*innen-Recherche zu Barrieren im Berner Alltag.
Wir wollen erfahren: Wo stösst du in deinem Alltag regelmässig auf Barrieren?
Als Barriere verstehen wir: Wenn du an einem Punkt nicht weiterkommst oder Orte meidest, weil du dich unwohl fühlst. Solche Hürden können sichtbar und unsichtbar sein.
Auf der folgenden Online-Karte kannst du ab sofort alle Barrieren eintragen, die dir begegnen. Ganz unkompliziert. Das dauert nur zwei Minuten und klappt auch anonym.
Unser Ziel: Dank der Mithilfe möglichst vieler Berner*innen wollen wir herausfinden, wo es Veränderungen geben müsste.
Für die Umgestaltung von Städten und Dörfern bedarf es der Mitwirkung möglichst vieler Betroffener. Nur so entstehen Orte für alle. Die Online-Karte ist eine niederschwellige Möglichkeit, die eigenen Vorstellungen und Probleme zu artikulieren.
Die Recherche entspricht gleich zwei Kernanliegen der «Hauptstadt»: Wir nehmen Inputs unserer Lesenden ernst, und wir wollen einen Beitrag leisten, um Lösungen für die Zukunft zu finden. Das verstehen wir unter konstruktivem Journalismus.
Barrierefreiheit betrifft alle
Die UN-Behindertenrechtskonvention schreibt vor, dass öffentliche Räume für alle Menschen zugänglich sein müssen. Doch die Realität sieht oft anders aus. Zwar wurde in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten vieles verbessert, doch es besteht weiterhin Handlungsbedarf.
So sollte gemäss dem Behindertengleichstellungsgesetz der öffentliche Verkehr bis 2023 barrierefrei sein. Die «Hauptstadt» hat auf einer Reise mit dem Rollstuhlfahrer Cyrill Scheuber vom Bahnhof Bern zu seinem Arbeitsplatz aufgezeigt, wie weit der Weg dorthin noch ist.
Hinzu kommt, dass viele Barrieren für Nichtbetroffene oftmals kaum erkennbar sind. Für Menschen mit Autismus etwa sind Orte mit hellen Lichtern und lauten Geräuschen überfordernd. Für Eltern mit Kinderwagen das zu schmale Trottoir und für ältere Menschen das unebene Kopfsteinpflaster in der Berner Altstadt.
Trage deshalb jetzt deine persönlichen Barrieren auf der Karte ein und ermögliche so eine umfassende Recherche zu Hindernissen im Berner Alltag.
Wem gehört die Stadt und für wen ist sie gebaut? Von der Bevölkerung wollen wir auf dieser Karte wissen: Wo wird das Leben erschwert? Unser Ziel: Barrieren erfassen und sichtbar machen, Hintergründe und Zusammenhänge aufzeigen. «Achtung Barriere!» ist eine gemeinsame Recherche der «Hauptstadt» und Correctiv in der Schweiz.
Correctiv ist ein 2014 gegründetes, nicht profitorientiertes Medienhaus in Deutschland, das hauptsächlich investigativen Journalismus betreibt und sich am Gemeinwohl orientiert. Um die Mitarbeit von Bürger*innen an den Recherchen zu erleichtern, entwickelte Correctiv das Instrument des Crowd-Newsrooms. Dieses wendet auch «Correctiv in der Schweiz» mit Sitz in Bern an. «Correctiv in der Schweiz» sucht aktiv die Zusammenarbeit mit unabhängigen Medien wie der «Hauptstadt».