Hauptstadt-Avatar ohne Kreis, Logo

Amavi, Cinématte, Romy

Gastro-Brief #11 – News vom 14. Januar 2026

25_HS_Gastrobrief_11
(Bild: Silja Elsener)

🥑🍠 Wer beim Veganen bleiben will, kehrt am besten beim kürzlich eröffneten Amavi im Kirchenfeldquartier ein. Hier werden farbenfrohe, liebevoll angerichtete Toasts, Protein-Bowls und süsse Kreationen serviert – nährstoffreich, bewusst zubereitet und möglichst abfallfrei. Hinter dem Projekt steht Eve Gander, Gründerin des Event- und Catering-Konzepts Creo con amor, das für bewusstes Kreieren und nachhaltigen Genuss steht. Mit dem Amavi geht sie noch einen Schritt weiter: Selbstfürsorge, respektvolles Miteinander und ein achtsamer Umgang mit Lebensmitteln – und damit auch mit dem Tierwohl – sind zentrale Werte. So startete das Amavi das neue Jahr mit einem 7-Gang-Brunch, der komplett zuckerfrei war.   🐷🍔 Wer es deftiger mag, besucht die Swing Kitchen an der Laupenstrasse. Das österreichische Mutterhaus hat alle Filialen in Deutschland geschlossen, die Filiale in Bern bleibt aber bestehen. Der Gründer hat mir mal seine doch eher abenteuerliche, aber unterhaltsame Geschichte erzählt, warum sein Unternehmen vegan ist: Er ist auf einem Schweinezuchthof aufgewachsen. Als sein Vater starb, hätten er und seine Mutter die Schweine schlachten sollen, was sie nicht übers Herz brachten. So war die Idee der Swing Kitchen geboren. Hier bestellt man Burger und Nuggets auf Pflanzenbasis, das Interieur erinnert an einen amerikanischen Diner, das Essen wird ratzfatz serviert und die Preise sind auch in Ordnung.

🦊🥬 Im Panorama Hartlisberg in Steffisburg wird das ganze Jahr über allerfeinste Sterneküche geboten. Nun bereitet der Spitzenkoch Rolf Fuchs am 22. Januar ein vegetarisches Menü für Gourmets vor. Zehn Gänge, ohne Anke, ohne Tier, Gemüse steht im Vordergrund. Das Menü «Fuchs goes Vegi» ist im Telegrammstil geschrieben und klingt fantastisch: Quinoa, Meerrettich, Spitzkabis, Gnocchi und vieles mehr. So wie ich den Oberländer Chef und sein Team kenne, wird das unvergesslich gut werden. Reservieren ist Pflicht. 🍿🍽️ Im Restaurant Cinématte steht ein historischer Wechsel an: Christian Lutz, der das Lokal seit 25 Jahren in enger Zusammenarbeit mit dem Kino Cinématte führt, tritt per Ende Februar zurück. Nun werden dringend neue Pächter gesucht, die den Betrieb übernehmen wollen. «Das Restaurant Cinématte war für mich immer mehr als ein Restaurant – es lebt vom Zusammenspiel mit dem Kino und der bunten Mischung an Menschen, die hier zusammenkommen», sagte mir Christian Lutz. Er wünscht sich eine Nachfolge, die dieses Miteinander von Gastronomie und Kinobetrieb weitertragen oder neu interpretieren wird.  🙌🏡 Der Abgang in der Cinématte hat Folgen: Cinématte-Küchenchef Yann Dellsperger und die stellvertretende Betriebsleiterin Johanna Suter übernehmen das Restaurant Zähringer, das sich ebenfalls im Mattequartier befindet. Ab März werden die beiden Mittzwanziger französische Küche auftischen. Bis letzten Sommer kochte dort der Punktekoch Gaston Zeiter, der ins Hotel Schweizerhof gewechselt hat. 👵👨‍🍳 Pascal Ralo führt mit seiner Frau Sina das Restaurant Romy und hat gerade einen Lauf: Die Punkte des Gastroführers Gault Millau liessen zwar einige Zeit auf sich warten, nun wurde aber ihr Konzept, das sich auf portugiesische und österreichische Rezepte von Ralos Grossmütter stützt, ausgezeichnet. Und an der gleichen Gasse übernimmt das Wirtepaar das Kellerlokal Tredici und tauft es auf Cima um: Dort kocht ab März Valentina Tacconelli, die davor im Le Grand Bellevue in Gstaad war. 🍇🍷Wer gern mit Schweizer Produkten kocht, könnte Verjus kennen. Mit diesem Saft von unreifen Trauben kann man Zitronen ersetzen. Die Bernerin Janique Sonnen hat aus dem Saft ein alkoholfreies Apérogetränk namens Sonnen entwickelt. Sonnen hat Erfahrung mit Softgetränken, zuvor hat sie eine eigene Getränkereihe mit Schweizer Bio-Apfelsaft lanciert. Beim ersten Schluck Sonnen dachte ich: Eigentümlich, aber  geschmacklich und punkto Mundgefühl sehr nahe beim Wein. Einfach ohne den Schwips. Den Sonnen-Verjus gibt es in Rosé, Weiss und Rot, die beiden letzteren sind gute Essensbegleiter.

🍻 Ein alkoholfreier Ausgehtipp: Heute Abend (14. Januar) empfängt Pierre Dubler im Le Beizli in den Vidmarhallen ab 18 Uhr zum Bier-Gipfel. Zu Gast ist Mario Binggeli, Braumeister der Simmentaler Braumanufaktur. Er wird über alkoholfreie Biere reden und die Gäste werden dazu ein Mehrgangmenü inklusive Degustation geniessen (85 Franken). 🍣 Zwei Dinge sind mir im Einkaufszentrum Westside aufgefallen: Die Ramen-Bar Namamen ist nicht mehr da. An ihrem Platz riecht es nun nach indischen Gerichten. Dann feiert das Yooji’s Jubiläum, bereits seit 25 Jahren werden hier Sushi gerollt. Gratulation an die Zürcher Gastronomen, die dahinterstecken. Sie sind von der schüchternen Sorte, der Tagesanzeiger hat das Unmögliche geschafft und ein Interview mit Betriebsökonom Dani Kehl und Koch Marc Saxer bekommen. Sie starteten ihr erstes Restaurant 1990 in Zürich, führen heute rund 30 Betriebe und machen 100 Millionen Franken Umsatz.

Das Beste zum Schluss: ☕☕ Am Bahnhof Bern hat der Spettacolo (Tochterfirma von Valora) geschlossen. Der Stand am Treffpunkt war hochfrequentiert, auch wenn der Kaffee nicht so spektakulär war. Jetzt übernimmt dort Adrianos Coffee. Zuerst mit einem Kaffeemobil und – sobald der Umbau fertig ist – mit Kolbenmaschinen hinter der Theke. Der Treffpunkt ist das fünfte Projekt von Adrianos Bar & Café: Der Gründer Adrian Iten eröffnete 1998 das erste Lokal am Zytglogge, das Versa mit Kaffeladen am Kornhausplatz sowie die Kaffeebar des Buchladens Orell Füssli am Bahnhof werden auch von Adrianos betrieben und letzten November wurde in Biel ein Standort eröffnet.

Du willst regelmässig Gastro-News aus Bern? Hier kannst du den Gastro-Brief von Food-Journalistin Claudia Salzmann abonnieren. Er landet zwei Mal pro Monat in deinem Postfach.

Ohne Dich geht es nicht

Unsere Community ermöglicht den freien Zugang für alle. Das unterscheidet uns von anderen Nachrichtenseiten. Wir begreifen Journalismus nicht nur als Produkt, sondern auch als öffentliches Gut. Unsere Artikel sollen möglichst vielen Menschen zugutekommen. Mit unserer Berichterstattung versuchen wir das zu tun, was wir können: guten, engagierten Journalismus. Das geht nur dank den Hauptstädter*innen. Sie wissen, dass guter Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht und ermöglichen so leser*innenfinanzierten und unabhängigen Berner Journalismus. Dafür sind wir sehr dankbar. Mittlerweile sind 2’700 Menschen dabei. Damit wir auch in Zukunft noch professionellen Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 3’000 – und mit deiner Beteiligung können wir es schaffen. Es wäre ein schönes Zeichen für die «Hauptstadt» und für die Zukunft des Berner Journalismus. Mit nur 10 Franken pro Monat bist du dabei!

Ohne Dich geht es nicht

Unsere Community ermöglicht den freien Zugang für alle. Das unterscheidet uns von anderen Nachrichtenseiten. Wir begreifen Journalismus nicht nur als Produkt, sondern auch als öffentliches Gut. Unsere Artikel sollen möglichst vielen Menschen zugutekommen. Mit unserer Berichterstattung versuchen wir das zu tun, was wir können: guten, engagierten Journalismus. Das geht nur dank den Hauptstädter*innen. Sie wissen, dass guter Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht und ermöglichen so leser*innenfinanzierten und unabhängigen Berner Journalismus. Dafür sind wir sehr dankbar. Mittlerweile sind 2’700 Menschen dabei. Damit wir auch in Zukunft noch professionellen Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 3’000 – und mit deiner Beteiligung können wir es schaffen. Es wäre ein schönes Zeichen für die «Hauptstadt» und für die Zukunft des Berner Journalismus. Mit nur 10 Franken pro Monat bist du dabei!

tracking pixel

Das könnte dich auch interessieren