Kopf der Woche: Claudine Esseiva
Seit dieser Woche präsidiert die 46-jährige Kommunikationsberaterin und Politikerin den 50 Jahre alten Verein Bernbilingue.
«Französisch ist in der Berner Wirtschaft wichtiger als Englisch», sagt Claudine Esseiva und beruft sich dabei auf den Zweisprachigkeitsbarometer. Die FDP-Grossrätin präsidiert seit dieser Woche den Verein Bernbilingue, der sich seit genau 50 Jahren für die Zweisprachigkeit einsetzt. Doch während es zu Anfang vor allem eine Kampforganisation für die Beibehaltung der französischsprachigen Jurabezirke im Kanton Bern war, ist es heute eine Organisation, die sich neu und frisch positionieren will.
Für diesen Generationenwechsel steht auch Esseiva, die ursprünglich aus dem Kanton Freiburg stammt und selbst bilingue ist. «Wir möchten die Zweisprachigkeit nicht nur sprachlich, sondern auch kulturell mitdenken», sagt die 46-jährige selbstständige Kommunikationsberaterin. Projekte in Bildung, Kultur, Tourismus, aber auch in der Medienlandschaft sollen angedacht und weiterentwickelt werden. Zweisprachigkeit lebt Esseiva auch privat. Ihr Sohn besucht die Classe Bilingue in der Stadt Bern, für die aus etwa 120 Bewerbungen jährlich 12 Schüler*innen per Los ausgewählt werden. Sie habe Glück gehabt, dass es mit diesem Schulplatz geklappt habe. Aber es zeige auch: Das Interesse an der Zweisprachigkeit sei da.
«Es ist wichtig, dass man die Zweisprachigkeit nicht nur den Schulen und der Politik delegiert, sondern auch als Zivilgesellschaft weitergibt», sagt sie. Ein Projekt dazu ist das zweisprachige Bilderbuch «Ours und Ursina», in dem zwei Kinder den Kanton Bern entdecken. Es wurde diese Woche getauft. Und ist quasi ein Geschenk, das sich Bernbilingue zum 50-Jahr-Jubiläum selbst gemacht hat.