Bern in Bildern

Die Fotos von Malika Talha (21) haben den «Hauptstadt»-Brief durch den März begleitet. Zum Abschluss zeigen wir die ganze Bilderserie – und die Fotografin stellt sich vor.

Stumme Zeugen langer Nächte und intensiver Lernsessions in einem Berner WG-Waschbecken.
Malikas Talhas Fotos gewähren Einblicke in Berner Student*innen-WGs. Ihr Lieblingsbild: Stumme Zeugen eines koffeingetränkten Alltags. (Bild: Malika Talha)

«Die Fotografie ist quasi ein Familienerbe, das mein Grossvater mir hinterlassen hat – ein Schrank voller Fotoausrüstung. Doch trotz der grossen Auswahl ist die kleine Point-and-Shoot Kamera meiner Grossmutter meine treueste Begleiterin. 

In der analogen Fotografie ist es mir, besonders aus finanziellen Gründen, nicht möglich, viele Bilder desselben Moments zu schiessen. Jede Aufnahme ist ein kostbares Ergebnis und bleibt bis zum Entwickeln eine Überraschung. Genau dieser Prozess macht für mich den Reiz der analogen Fotografie aus – der Moment der Wahrheit, wenn man das Bild zum ersten Mal sieht, ist unvergleichlich. 

Für diese Serie habe ich zunächst die Universität Bern als Schauplatz gewählt. Ich musste jedoch schnell feststellen, dass die dort entstandenen Bilder nicht das widerspiegelten, was ich mir vorgestellt hatte. Erst als ich anfing, in verschiedenen Wohngemeinschaften zu fotografieren, konnte ich persönliche Momente aus dem Student*innenleben einfangen. Bern spielt sich nicht nur draussen ab, sondern auch drinnen, insbesondere für Studierende während der Prüfungsphasen. Meine Bilder sollen einen Einblick in diesen manchmal sehr hektischen und koffeingetränkten Alltag gewähren. 

Mein Lieblingsbild aus dieser Serie ist das Foto mit den benutzten Kaffeetassen im Abwaschbecken. Es ist schlicht, steht aber vermutlich repräsentativ für die Spültröge vieler Studierender in Bern. 

Stilistisch nutze ich oft und gerne den Blitz meiner Kamera und versuche bewusst Unschärfen in meine Bilder zu integrieren. Ich finde, dass dies den Fotos eine gewisse Dynamik und Lebendigkeit verleiht. Das Bewegte, Bunte, Chaotische und Ungewöhnliche ziehen mich auch an, wenn ich in der Stadt unterwegs bin. Meine Neugier führt mich stets dorthin, wo die Norm durchbrochen wird.

Ich freue mich auf den Sommer in Bern. Mein erste Zeit hier war vom kalten Wetter geprägt. Vom legendären Aareschwumm, der im Sommerhalbjahr nicht fehlen darf, habe ich bisher nur gehört. Diesen würde ich gerne irgendwie mit meiner Kamera festhalten.»

Malika Talha ist im September 2023 aus dem Aargau nach Bern gezogen. Sie studiert Multimedia Production an der Hochschule der Künste Bern.

Inmitten der Hektik des Studentenlebens  ergreift Mona die Gelegenheit, sich um ihre Wäsche zu kümmern.
Inmitten der Hektik des Studentenlebens ergreift Mona die Gelegenheit, sich um ihre Wäsche zu kümmern. (Bild: Malika Talha)
Mit unzähligen selbst gehäkelten Kleidungsstücken im Repertoire, nimmt dieses Pullover-Projekt langsam Form an.
Mit unzähligen selbst gehäkelten Kleidungsstücken im Repertoire, nimmt dieses Pullover-Projekt langsam Form an. (Bild: Malika Talha)
Dave mischt Gabber-Techno-Musik. Die Wände sind mit Plakaten vom Jugendzentrum Gaskessel in Bern behängt sind.
Dave mischt Gabber-Techno-Musik. Die Wände sind mit Plakaten aus dem Jugendzentrum Gaskessel behängt. (Bild: Malika Talha)
Student:innen-Improvisation: Ein Migros-Einkaufskorb wird zum unkonventionellen Spiegelständer.
Student*innen-Improvisation: Ein Migros-Einkaufskorb wird zum unkonventionellen Spiegelständer. (Bild: Malika Talha)
Auf der Kommode eines WG-Zimmers: Ein bunter Mix aus Schulmaterialien, Kosmetikprodukten und Schmerztabletten - eine lebendige Collage des täglichen Lebens.
Auf der Kommode eines WG-Zimmers: Ein bunter Mix aus Schulmaterialien, Kosmetikprodukten und Schmerztabletten – eine lebendige Collage des täglichen Lebens. (Bild: Malika Talha)
Platzmangel in der WG-Küche: Hier lagern Essensvorräte und selbstgemachte Glace.
Platzmangel in der WG-Küche: Hier lagern Essensvorräte und selbstgemachte Glace. (Bild: Malika Talha)
Das Bett – ein unverzichtbarer Begleiter im Leben eines jeden Studierenden.
Das Bett – ein unverzichtbarer Begleiter im Leben einer und eines jeden Studierenden. (Bild: Malika Talha)
Io, lässt ihre Gedanken mit dem Rauch aus dem Fenster ziehen.
Io lässt ihre Gedanken mit dem Rauch aus dem Fenster ziehen. (Bild: Malika Talha)
Amina, vertieft sich spät in der nacht noch in ihr Projekt der Universität Bern.
Amina vertieft sich spät in der Nacht noch in ihr Uni-Projekt. (Bild: Malika Talha)
Das auffällige rote und weisse Schild lockt mit Angeboten für den schmalen Geldbeutel.
Das auffällige rot-weisse Schild lockt mit Angeboten für den schmalen Geldbeutel. (Bild: Malika Talha)
Mit Mate durch den Tag.
Mit Mate durch den Tag. (Bild: Malika Talha)
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Diskussion

Unsere Etikette
Ueli Balsiger
02. April 2024 um 10:37

Kann mich dem nur anschliessen: Fotos mit sehr eigener Handschrift.

Maja Balmer
02. April 2024 um 05:54

Mir gefallen diese Bilder sehr: sie sind persönlich, prallvoll mit Leben UND analog einzigartig.