Burgergemeinde Spezial

Hauptsache Burger*in – der Talk

Die Burgergemeinde ist der stille und vermögende Gigant in Bern. Wie wichtig ist sie für die Stadt? Warum wird ihre Abschaffung gefordert? Der «Hauptsachen»-Talk am 7. November sucht Antworten.

Hauptsachen talkt
(Bild: zvg)

Man kann Bern nicht verstehen, wenn man die Rolle der Burgergemeinde nicht versteht. Mit ihren 18’000 Mitgliedern ist sie eine der grössten und wohlhabendsten Burgergemeinden der Schweiz, die ein Drittel des städtischen Bodens besitzt. Und das ausgerechnet in der linken Stadt Bern, der sie jedoch als grosszügige Kulturmäzenin beisteht. Wie funktioniert die Burgergemeinde und warum ist sie erfolgreich? Wie viel Macht übt sie aus? Warum gibt es fundamentale Kritik an der Burgergemeinde? Und: Was wäre Bern ohne die Burgergemeinde?

Diesen Themen widmet sich der aktuelle Schwerpunkt der «Hauptstadt» und damit auch der «Hauptsachen»-Talk am Dienstag, 7. November, um 19.30 Uhr im Progr.

Es diskutieren:

  • Halua Pinto de Magalhães, SP-Stadtrat und Kritiker der Burgergemeinde

  • Bruno Wild, Burgergemeindepräsident

Der SP-Politiker Halua Pinto de Magalhães sass von 2011 bis 2018 im Stadtrat. Seit 2021 ist er wieder im Parlament. Er hat dort 2018 ein Postulat eingereicht, das die Zusammenführung der Burgergemeinde mit der politischen Gemeinde Bern fordert. Zudem verlangte Pinto, dass Burger- und der Einwohnergemeinde gemeinsamen ihre historische Verantwortung wahrnehmen und das aristokratische Vermächtnis der Stadtrepublik Bern und deren Verstrickung im Kolonialismus aufarbeiten und thematisieren. Der Sohn eines Mosambikaners und einer Schweizerin ist im Alter von vier Jahren aus Lissabon ins Berner Holligen-Quartier gezogen. Der 37-Jährige ist Co-Präsident des Instituts Neue Schweiz (INES), eines «Think & Act Tanks mit Migrationsvordergrund». Pinto hat an der ETH sein Studium der Theoretischen Chemie mit einem Doktorat abgeschlossen und arbeitet als Experte Anlagenwirtschaft und Digitalisierung beim Berner Energie-Beratungsunternehmen Youtility. 

Auch Burgergemeindepräsident Bruno Wild hat einen «Migrationsvordergrund» – zumindest was die Burgergemeinde betrifft. Wild war nicht von Geburt an Burger, sondern wurde 1980 zusammen mit seinem Vater, einem Abteilungsleiter der Berner Lehrwerkstätten, eingeburgert. Der 62-Jährige entstammt also nicht einer der alten «Von-Familien» und gehört innerhalb der Burger*innen zur liberalen Vereinigung Burgerliches Bern. Wild ist im Berner Wylergut aufgewachsen und hat an der Hochschule St. Gallen Wirtschaft studiert. Er war CEO und ist derzeit Verwaltungsrat der Firma Seaking, die Cateringsysteme für Kreuzfahrtschiffe herstellt. Wild wohnt im Praz am Murtensee, sitzt seit 2003 im Kleinen Burgerrat und ist seit Anfang 2023 Burgergemeindepräsident.

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Hauptsachen-Talk

Wie mächtig ist die Burgergemeinde?

Kleine Bühne PROGR

Dienstag, 7. November, 19.30 Uhr

Es diskutieren:

  • Halua Pinto de Magalhães, SP-Stadtrat und Kritiker der Burgergemeinde
  • Bruno Wild, Burgergemeindepräsident

Moderiert wird das Gespräch von «Hauptstadt»-Redaktor Joël Widmer.

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Die Artikelserie zur Burgergemeinde wurde mit Unterstützung von JournaFONDS recherchiert und umgesetzt.

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