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Wir bauen aus – Projektnews #49

News zu Geschäftsentwicklung: Medienförderung bleibt aus. Mehr Finanzierung durch Werbung ist keine Option. Unsere Abonnent*innen werden noch wichtiger. Darum lancieren wir ein neues Abo.

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Wir arbeiten mit Hochdruck an einem neuen Abo-Typ, der mehr Einordnung und Recherche zu den Themen Kantonspolitik und Wirtschaft bieten wird. (Bild: Danielle Liniger)

Die «Hauptstadt» ist eine kleine Revolution. Ein Berner Freiheitskampf für den unabhängigen Journalismus und gegen die Medienfinanzierungskrise.

Dieser Freiheitskampf geht nun in die nächste Phase. Darum wollen wir Dir mit diesem Newsletter unsere Geschäftsentwicklung erläutern. Du erfährst folgendes:

  • Wer unseren Journalismus finanziert
  • Warum wir nicht auf mehr Werbung setzen
  • Weshalb wir ein neues Abo lancieren

Als im Herbst 2021 die Redaktionen von «Berner Zeitung» und «Bund» fusioniert wurden, traten wir mit einem Crowdfunding an, um die Medienvielfalt in Bern zu erhalten. Wir haben seither über 600 Newsletter verschickt, über 1500 Recherchen und Reportagen publiziert und damit in Bern neben Tamedia und SRF eine neue Art von relevantem Lokaljournalismus etabliert. Und wir haben laufend neue Leser*innen für unseren Neuen Berner Journalismus begeistert.

Vier Jahre gibt es die «Hauptstadt» damit schon. Das ist ein Erfolg.

Doch darauf ruhen wir uns nicht aus. Wir wollen uns weiterentwickeln. Darum lancieren wir Ende Januar ein neues Abo.

Zuerst erläutern wir dir unsere aktuelle Geschäftssituation.

40 Prozent von Stiftungen finanziert

Angesichts der schwierigen Marktsituation, die andere Verlage laufend zu Stellenstreichungen zwingt, ist unser gemeinnütziges Start-up gut unterwegs. Wir erwirtschaften rund 60 Prozent der Erträge mit Abonnent*innen, Kooperationen und Werbung. 40 Prozent der Einnahmen kommen von Stiftungen, die aus Überzeugung in den Aufbau der «Hauptstadt» investieren. Mittelfristig wollen sich diese Stiftungen aber aus der Startfinanzierung zurückziehen. Darum brauchen wir künftig zusätzliche Einnahmen, insbesondere von Leser*innen.

Einer der Gründe für die beschränkten Einnahmen der «Hauptstadt» ist die Ausgestaltung der Medienförderung des Bundes, bei der digitaler Lokaljournalismus leer ausgeht. Zeitungen wie die «Berner Zeitung» erhalten Unterstützung in Form einer Zustellungsverbilligung. Lokale TV- und Radioanbieter erhalten direkte Subventionen, zum Teil in Millionenhöhe. Doch Onlinemedien wie die «Hauptstadt» erhalten keinen Rappen Medienförderung. Grund dafür ist das Volks-Nein zum Medienpaket im Frühjahr 2022. Wäre damals die überarbeitete Medienförderung angenommen worden, wäre die «Hauptstadt» heute wohl praktisch unabhängig von Stiftungen.

Wir wollen trotz dieser Marktbenachteiligung nicht jammern und haben darum verschiedene Optionen geprüft, um die Einnahmen zu steigern.

Kein «Sponsored Content»

Mehr Werbeplätze zu verkaufen ist eine der Optionen. Seit einem Jahr publizieren wir im Hauptstadt-Brief, im Gastro-Brief und auf Instagram kuratierte Inserate. Wir finden: Solche Inserate passen zur «Hauptstadt». Doch das Einnahmenpotenzial ist beschränkt. Weil im Onlinebereich sehr viele Werbefranken zu Google, Instagram und Co. abfliessen, machen die kuratierten Inserate derzeit gerade mal rund 3 Prozent unserer Erträge aus. Der Einfluss von Künstlicher Intelligenz wird die Einnahmesituation im Werbemarkt für Medien nochmals verschärfen.

Wir könnten nun auf unserer Website Banner-Inserate verkaufen oder sogar Werbeformen wie den sogenannten «Sponsored Content» einführen. Das sind von Firmen bezahlte Werbeartikel, die sich optisch kaum vom redaktionellen Inhalt unterscheiden. Viele Verlage setzen derzeit auf solche Werbeformen.

Wir glauben nicht, dass man damit den Journalismus retten kann. Im Gegenteil: Man gefährdet ihn. Denn mit «Sponsored Content» ritzt man die Glaubwürdigkeit des Journalismus.

Künftig werden Abonnent*innen für den Journalismus die wichtigste Einnahmequelle. Damit ist die «Hauptstadt» auf dem richtigen Weg. Sie setzt schon heute auf ihre Leser*innen.

Im digitalen Raum sind aber nicht nur im Werbemarkt die Einnahmen tief, sondern auch im Leser*innenmarkt. Das spüren die grossen Medienverlage, das spüren aber auch wir.

Bei der «Hauptstadt» ist die Erneuerungsquote bei den Abos mit knapp 80 Prozent recht hoch. Doch bevor wir jährlich weiter wachsen können, müssen diese abspringenden 20 Prozent mit neuen Abonnent*innen ersetzt werden. Das schaffen wir. Abo-Wachstum erreichten wir in den letzten zwei Jahren jedoch nicht. Die Abo-Zahl stagniert derzeit bei rund 2700 Abos.

Neues Abo mit Kantonspolitik und Wirtschaft

Was tun? Eine einfache Abopreis-Erhöhung erscheint uns nicht ambitioniert genug. Lieber wollen wir zusammen mit den Abonnent*innen vorwärts gehen und wachsen. Denn wir sind überzeugt davon, dass unabhängiger Journalismus für die Demokratie auch im Lokalen unverzichtbar ist.

Wir arbeiten derzeit mit Hochdruck an einem zusätzlichen Abo-Typ namens Abo Plus, der mehr Einordnung und Recherche zu den Themen Kantonspolitik und Wirtschaft bieten wird. Und der mit 240 Franken im Jahr auch mehr kosten wird.

Ebenso intensiv arbeiten wir an einer Kampagne, die die «Hauptstadt» bekannter machen und mehr Menschen und Firmen von einem «Hauptstadt»-Abo überzeugen soll.

Lancieren werden wir das neue Abo Plus Ende Januar. Schon nach den Weihnachtsferien werden wir dir erzählen, warum wir beim neuen Abo-Typ auf Kantonspolitik und Wirtschaft fokussieren, welche erfahrenen Journalist*innen unser Team dafür verstärken und wie du uns in der Kampagne, die die Abo-Lancierung begleitet, unterstützen kannst.

Wir sind der Überzeugung: Bern braucht mehr «Hauptstadt». Das heisst aber auch: Die «Hauptstadt» braucht mehr Berner*innen, die ein Abo lösen.

Wir freuen uns, wenn du dabei bist!

Dein «Hauptstadt»-Team

PS: Du kannst das Abo Plus bereits hier vorbestellen.

PPS: Trage dir jetzt schon den Mittwoch, 28. Januar, in die Agenda ein. Dann werden wir das neue Abo abends mit einer Feier im Lokal Sous Soul lancieren. Du bist herzlich eingeladen!

Ohne Dich geht es nicht

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