Bern in Bildern
Die Fotos von Gaby Möhl (56) haben den Hauptstadt-Brief durch den August begleitet. Zum Abschluss zeigen wir die ganze Bilderserie – und die Fotografin stellt sich kurz vor.
«Menschen, die identisch aussehen, faszinieren mich. Weil mein Umfeld das weiss, schicken meine Freund*innen mir regelmässig Fotos von sich ähnelnden Menschen und entsprechende Ausstellungstipps.
Angefangen hat mein Faible für Zwillingsbilder vor Jahren, als ich während meiner Fotograf*innenausbildung das Werk einer Künstlerin nachstellen musste, auf dem zwei sehr ähnliche Frauen zu sehen waren. Seither habe ich einige Male Zwillings-Shootings gemacht, immer mit dem Zwillingspaar, das nun in der Serie für den Hauptstadt-Brief zu sehen ist. Die beiden sind Freundinnen von mir.
Eine Zeit lang habe ich aktiv nach Menschen gesucht, die Personen ähneln, die ich schon kenne. Ich habe dafür sogar Visitenkarten gedruckt. Diese wollte ich Leuten auf der Strasse, in Cafés oder im ÖV abgeben, wenn sie mich an jemanden erinnern. Aber seit ich die Visitenkarten habe, habe ich nie mehr eine*n Doppelgänger*in getroffen.
Mit meiner Serie möchte ich Bern einmal anders zeigen. Nicht ein weiteres Mal ein Stück Aare – obwohl das auch wunderschön ist. Aber diese Zwillingsserie könnte auch in New York, Paris oder im Emmental fotografiert worden sein. Vielleicht ist der Ort für einmal gar nicht so wichtig.
Mein Lieblingsbild ist ‹Heitere #3›. Es wirkt unheimlich, weil die beiden Frauen in dieser altmodischen Wohnzimmeratmosphäre mit ihren überheblichen Blicken wie zwei Fremdkörper wirken. Wenn du dir vorstellst, du wärst ein kleines Kind, und deine Mutter würde dich zwei solchen Tanten zum Hüten geben, wärst du wohl nicht glücklich. Die Szene hat etwas Morbides. Das hat mich in der Kunst schon immer angezogen.»
Gaby Möhl ist im Berner Oberland aufgewachsen und seit vielen Jahren in der Altstadt von Bern daheim. Sie arbeitet als Eventmanagerin bei einem Personalverband und ehrenamtlich für das BücherBergWerk in Bern. Sie fotografierte schon als Kind leidenschaftlich gern, damals noch schwarz-weiss und mit eigenem Vergrösserungsapparat.
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