Kopf der Woche: Bobby Bähler
Der Leiter des Gurtenfestivals, das ab nächstem Mittwoch stattfindet, gehört zu den grossen Figuren im Berner Nacht- und Kulturleben.
Bobby, der eigentlich Rolf Bähler heisst, startete seine Gurtenkarriere vor 22 Jahren als Helfer im Gastronomiebereich des Festivals. Ab da stieg er wie ein klassischer Tellerwäscher die Karriereleiter hoch, bis er 2019 zusammen mit Simon Haldemann die Co-Geschäftsführung übernahm. Sie lösten den langjährigen Festivalleiter Carlo Bommes ab. Inzwischen führt Bähler das Gurtenfestival zusammen mit Lena Fischer und Miriam Keusen.
Der umtriebige Münsinger hat auch bei anderen erfolgreichen Projekten im Berner Kultur- und Nachleben die Hände im Spiel. Er sitzt im Verwaltungsrat des oft ausverkauften Konzert- und Kulturlokals Mühle Hunziken in Rubigen. Ist Teilhaber beim jüngst eröffneten Restaurant Lido beim Altenbergsteg und bei der Bar L’ovestino, die für fünf Jahre als Zwischennutzung im früheren Kino Gotthard am Bubenbergplatz betrieben wird. Ausserdem war Bähler Co-Geschäftsführer des Clubs Bonsoir, der 2018 geschlossen hat, und Mitgründer der Bar- und Clubkommission.
Das Gurtenfestival übernahm Bähler mit grossen Plänen: Er und sein damaliger Partner Simon Haldemann vergrösserten das Festivalgelände. Sie fuhren eine neue Musikstrategie, indem sie das Programm auf 25-jährige Berner*innen ausrichteten. Verzichteten auf die Tabak- und Spirituosenwerbung. Und setzten sich Ziele in der Nachhaltigkeit und beim Buchen von mehr weiblichen Acts.
Es liege in der Verantwortung der Veranstalter, die Gegenwart musikalisch abzubilden und den Zeitgeist zu treffen, sagte er vor einigen Jahren zur Berner Zeitung. Das Gurtenfestival scheue sich nicht davor, die Leute auch mal zu schockieren.
Bählers Vision scheint zu funktionieren. Letztes Jahr war das Festival kurz vor Beginn ausverkauft, dieses Jahr gibt es nur noch Tickets für einzelne Tage.
Ob Bähler es wagt, das Publikum zu schockieren, werden wir sehen. Mit Patent Ochsner tritt am Freitag auf jeden Fall ein Berner Lieblingsact auf.