Kopf der Woche: Svetlana Maraš

Die international bekannte Klangkünstlerin Svetlana Maraš ist am Musikfestival Bern zu Gast und bespielt das Münster.

Svetlana Maraš Zvg Zlatko Mićić
(Bild: Zlatko Mićić/zvg)

Wie ein Oktopus komme sie sich jeweils vor, hat Svetlana Maraš in einem Gespräch auf Radio SRF 2 einmal gesagt. Denn die Komponistin und Klangkünstlerin arbeitet oft mit Händen und Füssen gleichzeitig. Sie verzerrt, bearbeitet und erzeugt Klänge mit ganz verschiedenen Bewegungen. Sie braucht dazu verschiedene Synthesizer, Regler, Kabel, Lautsprecher und macht daraus eigene Klanginstallationen.

Beim Musikfestival Bern kommt nächste Woche zudem ein ganz spezielles Instrument der 40-jährigen Serbin zum Einsatz, sie nennt es «table book» und hat es mit einem Schreiner zusammen gebaut und mit allerlei Knöpfen und technischen Spielereien bestückt. Es ist ein Instrument, das mehrere Menschen gemeinsam spielen müssen.

Angelehnt ist das Instrument an ein «table book», das in früheren Jahrhunderten eine Partitur war, die so auf einem Tisch präsentiert wurde, dass alle darum herum gruppierten Musiker*innen daraus singen oder spielen konnten. Für Maraš zeigt das die Kraft des gemeinsamen Musikmachens. «Ich habe das Instrument nach diesem Prinzip gebaut, aber die Performer bestimmen selbst, welche Sounds sie brauchen wollen, wie sie sie kombinieren», sagt die Serbin, die seit vier Jahren in Basel lebt und dort Professorin für kreative Musiktechnologie an der Musikhochschule ist.

Verspielt im Münster

Am Musikfestival Bern ist Svetlana Maraš Artist in Residence und wird in unterschiedlichen Rollen auftreten. Am speziellsten sei für sie der Donnerstagabend, an dem sie das Kirchenschiff des Münsters bespielen wird. «Man hat so klare Erwartungen an einen Kirchenraum – die will ich brechen», sagt sie. Das geschehe einerseits automatisch durch die Technik, die sie für ihre Musik brauche. Zudem werde das Konzert, zu dem sie auch den Berner Stimmkünstler Andreas Schaerer mit auf die Bühne holt, «verspielt und nicht so ernst».

Musikfestival Bern, Mi, 3.9. bis So, 7.9., diverse Orte.

Performance im Münster: Do, 4.9., 21 Uhr.

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