Lokalnews – Hauptstadt-Brief #437
Dienstag, 11. März 2025 – die Themen: Gemeinden auf Social Media; Newsportal Nau; Badi-Beizli; Finanzkontrolle; Eigenmietwert; Klimaschäden; Regierungsratswahlen; YB.
Im Kanton Bern sind fast 30 Prozent der Gemeinden auf den Social-Media-Kanälen Facebook, LinkedIn oder Instagram. Das zeigt eine Studie der Kommunikationsagentur Gromann Partner, die alle Gemeinden der Schweiz zu ihrer Social-Media-Nutzung befragt hat. 2024 waren es noch 20,5 Prozent.
Auch schweizweit ist der Anteil gestiegen: von 29,7 Prozent auf 36,4 Prozent. Vor allem grössere Orte ab 10’000 Einwohner*innen und ganz kleine Gemeinden wie Iseltwald oder Seehof im Berner Jura haben einen Instagram-Kanal, so die Studie. Nicht aber Köniz. Die Agglo-Gemeinde kommuniziert über Facebook, Twitter, Flickr, Youtube und eine Mobile-App.
Die Stadt Bern hat hingegen gleich zwei Instagram-Kanäle: Ein «normaler» und ein neuer für die Jugendlichen. Sie hinkt aber gemäss Studie im Vergleich zu anderen grossen Städten auf LinkedIn mit ihren Followerzahlen hinterher.
Passend dazu hat der Kanton Bern letzte Woche mitgeteilt, dass er nun auch per Whatsapp informiert: Jeden Freitag sollen die wichtigsten Themen der Woche über den Messenger-Dienst reinflattern. Alle, die wollen, können diese Mitteilungen abonnieren.
Das ist praktisch für die Gemeinden und Kantone: Sie können kommunizieren, was und wie sie wollen. Kritischen Fragen müssen sie sich dabei nicht stellen. Und gleichzeitig können sie die Bevölkerung müheloser erreichen als über eine Webseite, die zuerst aufgerufen werden muss.
Dieser Trend ist aber ein Problem für die Demokratie. Wer hinterfragt noch kritisch, was die Gemeinden tun, wenn sie selbst mit ihren Zielgruppen kommunizieren können? Das wäre doch eigentlich die Rolle des Lokaljournalismus. Doch der ist in vielen Gemeinden unter Druck. Vermutlich ist auch das ein Grund, warum immer mehr Gemeinden zu dieser Massnahme greifen. Aber eigentlich sollte es nicht so weit kommen.
Was hilft? Unterstütze Lokaljournalismus. Zum Beispiel, indem du ein Abo der «Hauptstadt» löst oder, wenn du schon eines hast, sie deinen Freund*innen weiterempfiehlst. Je mehr wir sind, desto besseren, kritischeren, demokratie-relevanten Journalismus können wir machen.
- Nau: Bestimmt hast du auch schon Schlagzeilen des Könizer Medienunternehmens gesehen. In Postautos, Regionalzügen, Tankstellen. Das umtriebige Unternehmen hat sich rasch zur kommerziell erfolgreichen News-Plattform mit grosser Reichweite entwickelt. Wie funktioniert dieses Business und wie viel davon ist Journalismus? Meine Kollegin Jana Schmid hat für diese Fragen die Chef*innen in ihrer Redaktion im Liebefeld getroffen.
- Wylerbad: Ab der nächsten Badi-Saison betreiben zwei neue Gastronomen das Restaurant im Wylerbad. Fabrice Haldemann und Damian Dominguez, die mit dem Foodtruck «Tätschmeister» Burger in Bern und Köniz verkauft haben, übernehmen die Buvette. Das hat die Stadt Bern gestern mitgeteilt.
- Kantonale Finanzkontrolle: Die Wirtschaftsprüferin Andrea Huber soll neue Vorsteherin der kantonalen Finanzkontrolle werden. Das Gremium schlägt dem Grossen Rat die 41-Jährige zur Wahl vor, wie der Kanton gestern mitteilte. Wird Huber gewählt, tritt sie ihre neue Stelle Anfang 2026 an und ist die Nachfolgerin von Thomas Rettenmund, der Ende Jahr in den Ruhestand tritt.
- Härtefallregelung für Hausbesitzer*innen: Wenn der Eigenmietwert eines Hauses steigt, steigt auch die Besteuerung. Der Berner Regierungsrat soll nun prüfen, ob der Eigenmietwert in besonderen Härtefällen reduziert werden kann, wie die Nachrichtenagentur SDA schreibt. Das verlangte ein Postulat von Sibylle Plüss-Zürcher (FDP).
- Klimabedingte Schäden: Der Grosse Rat hat ein Postulat von Tabea Bossard-Jenni (EVP) überwiesen. Der Regierungsrat soll unter anderem prüfen, wie Gemeinden finanziell unterstützt werden können, wenn sie klimabedingte Schäden beheben müssen, wie die Nachrichtenagentur SDA schreibt.
- Kantonswahlen: Auch die EVP will für den Regierungsrat kandidieren. Die Geschäftsleitung empfiehlt Grossrätin Barbara Stotzer-Wyss und Grossrat Tom Gerber zur Wahl. Das teilte sie gestern mit. Die Delegiertenversammlung entscheidet am 22. März, wer definitv antreten soll. Bisher hat sich die EVP vergeblich um einen Sitz in der Kantonsregierung bemüht.
- YB: Das Frauenteam sicherte sich am Samstag 3 Punkte dank einem späten 1:0 gegen Luzern. Auch die Männer haben dieses Wochenende gewonnen. Am Samstag hat die Mannschaft gegen Lausanne mit 3:0 gesiegt. Am nächsten Samstag (Frauen) im Wankdorf und am Sonntag (Männer) in Basel folgen die weiteren Spiele.
PS: Magst du Wein? Heute, 17 Uhr, auf dem Münsterplatz kannst du den Wein des Rebguts der Stadt Bern und Weine der Gewinner*innen des kantonalen Wettbewerbs «Berner Wein des Jahres 2024» gratis degustieren.