Nachfolge – «Hauptstadt»-Brief #335
Dienstag, 25. Juni 2024 – die Themen: Nachfolgesuche; Budget; Asylunterkunft; Registrierkasse; Gemeindewahlen in Ostermundigen, Badisanierung und Lehrer*innenmangel.
Die Bäckerei Hirschi im Mattenhofquartier sorgte letzte Woche für Schlagzeilen. Sie muss ihren Betrieb einstellen, weil das Besitzerpaar keine Nachfolger*innen findet. Die Hirschis stehen mit diesem Problem nicht alleine da. Für viele kleine und mittlere Unternehmen stellt sich die bohrende Frage der Nachfolgeregelung.
Laut der Studie «KMU Nachfolge Schweiz 2023» des Wirtschaftsinformationsdienstes Dun & Bradstreet haben in der Schweiz zurzeit rund 15 Prozent der Unternehmen ein sich anbahnendes Nachfolgeproblem. Das sind rund 90’000 kleine und mittlere Betriebe. Die Studie nahm dafür Inhaber*innen beziehungsweise Verwaltungsrät*innen und Gesellschafter*innen in den Blick, die bereits über 60-jährig sind, aber noch keine Nachfolge finden konnten.
Die «Hauptstadt» möchte sich mit der Nachfolgesituation von kleinen und mittleren Unternehmen auseinandersetzen. Vielleicht kennst du jemanden, der oder die gerade dabei ist, das eigene Geschäft in neue Hände zu geben – sei es in der Familie oder an bisherige Angestellte? Dann schreibe uns gerne an [email protected]. Wir würden uns freuen, mit diesen Menschen zu sprechen und ihre Perspektiven in unsere Arbeit einfliessen zu lassen.
Und jetzt noch zu anderen Themen des Tages:
- Asylunterkunft: Etwa zehn Minuten vom Shoppingcenter Westside entfernt liegt eine Zivilschutzanlage. Dort werden abgewiesene Asylsuchende unterirdisch untergebracht – und das viel länger, als der Kanton ursprünglich kommunizierte. Den Bewohnern macht vor allem die fehlende Privatsphäre zu schaffen, wie meine Kollegin Jana Schmid im Gespräch mit ihnen erfahren hat.
- Stadtberner Budget: Der Berner Gemeinderat rechnet für 2025 mit einem Defizit von 28 Millionen Franken und wachsenden Schulden – und das trotz steigender Steuereinnahmen. Die Stadt begründete dies in Person von Finanzdirektor Michael Aebersold (SP) am Montag mit den anhaltend hohen Investitionen für eine wachsende Bevölkerung. Erst ab 2031 lasse der Investitionsdruck aus heutiger Sicht etwas nach, so Aebersold. Die Kritik von bürgerlicher Seite folgte in Wahlkampfzeiten auf dem Fuss: FDP-Stadträtin Florence Pärli sieht den «finanziellen Spielraum» der Stadt in Gefahr und mahnt bei Sanierungen zur Sparsamkeit.
- Gemeindewahlen: In Ostermundigen schickt die SP mit Bettina Fredrich, Emsale Selmani, Colette Nova und Peter Buri vier Kandidat*innen in das Rennen um die Gemeinderatssitze. Die Gemeinderegierung besteht aus sieben Mitgliedern – Bettina Fredrich verantwortet schon bislang das Dossier Tiefbau & Betriebe. Die SP will sich gemäss Medienmitteilung von gestern in der neuen Legislaturperiode unter anderem für ein besseres Netz an Fuss- und Velowegen und attraktive Begegnungszonen einsetzen. Bereits im Mai haben Mitte, EVP und FDP angekündigt, bei den Gemeindewahlen vom 22. September mit einer gemeinsamen Gemeinderats-Liste «Zäme für Mundige» antreten zu wollen.
- Lehrer*innenmangel: Im Kanton Bern sind heute Morgen 291 Stellen für Lehrpersonen ausgeschrieben. Viele Schulleitungen stehen vor der Aufgabe, diese Stellen bis Schuljahresbeginn im August zu besetzen. Dabei sei es besonders herausfordernd, geeignete Klassenlehrer*innen zu finden, wie Silvia Sollberger, die Geschäftsführerin des Solothurner Lehrerinnen- und Lehrerverbands, gegenüber dem Onlineportal Bärn Today erklärte. Die Elternarbeit und die Koordinationsaufgaben von Klassenlehrpersonen seien immer anspruchsvoller geworden, heisst es weiter.
- Schwimmen: Das Freibad Wyler wird morgen nach Sanierung wiedereröffnet. Laut Angaben der Stadt sind die Becken renoviert und das Kinderplanschbecken neugestaltet worden. Ausserdem wartet auf die Besucher*innen eine neue sieben Meter lange Steilrutsche, welche mit dem Namen «Crazy Jump» hohe Erwartungen weckt. Offiziell eröffnet wird sie von Wasserspringer*innen des Schwimmklubs Bern. Das Bad ist am 26. Juni für die Öffentlichkeit ab 12 Uhr geöffnet – die Feierlichkeiten finden ab 17:30 statt.
PS: Am Mittwochabend veranstaltet die «Hauptstadt» zusammen mit dem Politforum Bern ein Pubquiz zu den Beziehungen der Schweiz zur EU und Europa. Hier kannst du dich für den Anlass anmelden, den ich zusammen mit Tom Berger moderieren werde.