Kopf der Woche: Yannis Maviaki aka Z The Freshman
Der Berner Mundart-Musiker Yannis Maviaki hört als Z The Freshman auf. Es ist Abschluss und Neubeginn zugleich.
Im letzten Jahr hat Yannis Zola Maviaki unter seinem Künstlernamen Z The Freshman 33 Lieder veröffentlicht. Er wollte noch alles rausbringen, bevor es still um ihn werde, sagt der Musiker.
Denn er hört als Z The Freshman auf. Der Entscheid sei über die letzten eineinhalb Jahre gereift. «Ich habe gemerkt, dass ich mich etwas Neuem widmen möchte. Eine leere Leinwand haben will, aber mit der Erfahrung von Z The Freshman», sagt er.
Maviaki hat 2019 erste Musik – damals Mundart-Rap – als Z The Freshman veröffentlicht. 2022 und 2024 folgten zwei R'n'B-Mundart-Alben mit Hotel Samar, 2023 gab er mit der Rapperin Soukey eine EP heraus. Von 2023 bis 2025 war er als Schauspieler und Sänger Teil des rassismuskritischen Theaterstücks «Das Bernbuch». 2025 wirkte er am Musikprojekt Vernisage mit. Seine Musik hat sich seit dem ersten Hotel Samar Album vom Rap entfernt. Heute verortet er sich eher im Pop- und R'n'B-Bereich.
Diverser, aber nicht leichter
Diese Woche hat Yannis Maviaki gemeinsam mit der Kleidermarke Othi ein Video herausgegeben. Es gibt einen Einblick in die Überlegungen von Maviaki. Darin sprechen der Musiker, zwei Tanzschaffende, eine Foto- und Videoproduzentin und Rapper Luc Oggier von Lo & Leduc über ihre Herausforderungen in der Kulturbranche und thematisieren das Anderssein als People of Colour (POC) – ausser Oggier und der Host sind alle Schwarz.
Die Kunstschaffenden seien diverser geworden, weil eine Generation heranwachse, deren Familien in die Schweiz immigriert sind, sagt Yannis Maviaki im Video. «Wir sind in dem System grossgeworden. Das Einzige, was wir wollen, ist Teil davon sein und unseren Beitrag geben. Aber man will es nicht annehmen.»
Dem pflichtet Luc Oggier bei: «Lo und ich haben immer wieder gedacht: Wir wären nicht das geworden, wenn wir nicht weiss wären.» Es sei schmerzhaft zu sehen, dass die Gesellschaft in diesem Punkt nicht weiterkomme.
Das mache ihn weder traurig noch hässig, sagt Yannis Maviaki am Telefon. «Aber damit es mir Spass macht, muss ich etwas anderes finden.» Es gehe darum, sich künstlerisch neu zu orientieren und aus der Kategorisierung herauszukommen.
Er sei auch sehr dankbar dafür, was er als Z The Freshman erleben konnte. «Es ist nicht so, dass ich gar keinen Platz hatte, aber ich stellte mir die Frage, ob ich mich als Z The Freshman noch weiterentwickeln kann.»
Yannis Maviaki verabschiedet sich nicht definitiv von der Kultur- und Musikbranche. «Wenn ich wieder etwas zu sagen habe, komme ich wieder.»
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