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Die Unauffällige

«Hauptstadt»-Wahl-Check: Kaum jemand kennt Astrid Bärtschi. Trotzdem kann die Mitte-Frau auf ein exzellentes Resultat bei den Wahlen hoffen.

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(Bild: Silja Elsener)

Ihr Gesicht ist im Kanton wenig bekannt – und das, obwohl sie als Finanzdirektorin massgeblich über die Finanzen des Kantons mitbestimmt und damit eine wichtige Funktion einnimmt. Den 14 Milliarden Franken grossen Haushalt verantwortet Astrid Bärtschi (Mitte), seit sie 2022 mit einem sehr guten Resultat zur Regierungsrätin gewählt wurde. Neben der Finanzverwaltung steht sie auch dem Amt für Informatik, dem Personalamt und der Steuerverwaltung vor.

Die Wahlumfrage der «Hauptstadt» zeigt: Die Bevölkerung ist sehr zufrieden mit der bisherigen politischen Arbeit von Bärtschi. Nur Evi Allemann (SP) erhielt noch bessere Umfragewerte als sie.

Steckbrief Astrid Bärtschi

Partei: Mitte

Alter: 52

Wohnort: Ostermundigen

Zivilstand: Verheiratet, sie hat ein Kind.

Interessenbindungen: Sie reitet gerne in ihrer Freizeit, war vor Amtsantritt Vize-Präsidentin des Kavallerie-Reitvereins Bolligen.

Die Ostermundigerin Bärtschi ist die einzige Frau auf dem bürgerlichen Ticket für den Regierungsrat. Ihre bürgerlichen Kollegen sind angetan von ihrer bisherigen Arbeit – schliesslich kündigte sie an, bis 2029 Steuerentlastungen von insgesamt rund 440 Millionen Franken jährlich für natürliche und juristische Personen anzustreben. Ebenso ermöglichte das positive Rechnungsergebnis einen Teuerungsausgleich und individuelle Gehaltsanpassungen für die Kantonsangestellten, teilte sie letzten August mit.

Zugute kam ihr dabei auch, dass die Nationalbank dieses Jahr wieder viel Geld an die Kantone überweist: Rund 2,67 Milliarden Franken ihres Gewinns gehen an die Kantone; Bern erhält rund 320 Millionen Franken – eine willkommene Verstärkung für Bärtschis Kasse.

Der «Hauptstadt»-Check

Was muss eine Person können, um gut zu regieren? Die «Hauptstadt» hat anlässlich der Regierungsratswahlen zehn Schlüsselkompetenzen definiert. Diese Anforderungen würden in einem Job-Inserat aufgeführt, wenn es denn eine Stellenausschreibung für dieses Amt gäbe. Die genaue Definition und Erklärung zu diesen Kompetenzen kannst du hier nachlesen.

Was davon erfüllt Mitte-Kandidatin Astrid Bärtschi?

Bringt mit: Sprache, schnelle Auffassungsgabe, Wille zu Veränderungen, gutes Gefühl für Menschen, Taktisches Geschick, Bereitschaft, hinzustehen

Daran haperts: Ausstrahlung 

Unklar: Belastbarkeit

Verärgert hat sie in den letzten Jahren kaum jemanden, was auch ihre guten Umfragewerte erklären könnte. Mit ihr könne man gut streiten, und sie sei überhaupt nicht nachtragend, sagt die politische Gegenseite über sie. Von diesen Auseinandersetzungen bekommt die Öffentlichkeit jedoch kaum etwas mit: Bärtschi hat sich selten exponiert und vor allem im Hintergrund die Fäden gezogen.

Als ehemalige Kommunikationschefin der nationalen Mitte-Partei und einstige Generalsekretärin der BDP Schweiz hat sie ein gutes Gespür für politische Debatten. Auch Sprachen liegen ihr: Fast 20 Jahre lang war sie in einem Übersetzungsbüro tätig, das Texte in bis zu 33 Sprachen anbot. Als Finanzdirektorin hat sie es nun vor allem mit Zahlen zu tun – und auch damit scheint sie gut zurechtzukommen.

So berichtet die «Hauptstadt» über die Regierungsratswahlen

Am 29. März wählen die Stimmberechtigten des Kantons Bern den siebenköpfigen Regierungsrat und den 160-köpfigen Grossen Rat für die nächste vierjährige Legislatur. Für die Regierung kandidieren 16 Personen, ernsthafte Chancen auf eine Wahl haben die zehn Personen aus den grössten Parteien. Das sind die Bisherigen Pierre Alain Schnegg (SVP), Philippe Müller (FDP), Astrid Bärtschi (Mitte) und Evi Allemann (SP) sowie die neu kandidierenden Daniel Bichsel (SVP), Raphael Lanz (SVP), Aline Trede (Grüne), Reto Müller (SP), Hervé Gullotti (SP) sowie Tobias Vögeli (GLP).

Die «Hauptstadt» schätzt in den kommenden Wochen jede*n dieser Kandidat*innen aufgrund des von der «Hauptstadt»-Redaktion recherchierten Stellenprofils ein. Bereits erschienen sind mehrere solcher Porträts. Etwa über Evi Allemann, Pierre Alain Schnegg, Tobias Vögeli,  Daniel Bichsel, Philippe Müller, Aline Trede, Raphael Lanz, oder Reto Müller.

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